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Kolonialismus und Antisemitismus: Debatte 2020

Anfang des Jahsres 2020 foderte der Antisemitismusbeauftragten Felix Klein, Achille Mbembe nicht die Eröffnungsrede der Ruhrtrienale halten zu lassen. Als Grund gab er an, das Werk des Afrikaners sei mit antisemitischen Äußerungen gespickt.

Dazu entwickelte sich eine längere Debatte um das was Antisemitismus sei und wie man damit umgehen soll. In der Frankfurter Rundschau, taz und die Zeit haben dazu unter anderem Einschätzungen, Stellungnahmen und Interviews veröffentlicht.

 

Artikel und Interviews in der Frankfurter Rundschauf zum Streit

16.5.2020
Die Antisemitismus-Debatte um Achille Mbembe wird beherrscht von Lagerdenken und Fraktionszwang. Eine Einordnung von Claus Leggewie.

https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/claus-leggewie-antisemitismus-debatte-achille-mbembe-13763258.html

FR 10.8.2020
Auch mit besten Motiven kann man Fehler machen – und sie gehen unter, wenn mit Zuspitzungen Aufmerksamkeit erzeugt werden soll. Eine Replik von Meron Mendel auf Micha Brumlik im Antisemitismus-Streit.

https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/antisemitismus-debatte-komm-mal-wieder-runter-90019640.html

FR 10.8.2020
Micha Brumlik über den Umgang mit Antisemitismus-Vorwürfen und mit Israel-Kritik – und über den offenen Brief an Angela Merkel, den er unterschrieben hat.

Herr Brumlik, Sie haben den offenen Brief an Angela Merkel unterzeichnet. Darin kritisieren Kulturschaffende, dass mit dem Vorwurf des Antisemitismus die Debatte um die israelische Besatzungspolitik erstickt wird. Werden Sie jetzt selbst als Antisemit beschimpft?

https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/micha-brumlik-ich-bezeichne-das-als-eine-neue-form-des-mc-carthyismus-90017108.html

15.8.2020
Ein Gespräch mit Daniel Cohn-Bendit über Boykott-Aufrufe gegen Israel, jüdische Identität, den Rechtspopulismus im Land und die Hoffnung auf Zivilisierung der Aggressionen.

https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/beim-stigma-antisemitismus-hoert-die-auseinandersetzung-auf-90023800.h

5.9.2020

„Bei Israel geht es immer um entweder oder“

Bascha MikaBascha Mika
Warum schwanken die Deutschen zwischen Unterwürfigkeit und überzogener Kritik, wenn es um Israel geht? Und gibt es ein Zaubermittel gegen Antisemitismus? Ein Gespräch mit Cilly Kugelmann und Wolf Iro.

https://www.fr.de/politik/bei-israel-geht-es-immer-um-entweder-oder-90036351.html

 

Dienstag, 8. September 2020, Stadtausgabe / Feuilleton
Le­bens­ret­ten­de Staats­grün­dung

Ro­land Hirte und Fritz von Kling­gräff bie­ten ein au­ßer­ge­wöhn­lich dif­fe­ren­zier­tes Bild von Is­ra­el und des Zio­nis­mus

Von Micha Brum­lik

https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/lebensrettende-staatsgruendung-90038691.html

Donnerstag, den 17.9.2020
Filmreise nach Israel
von Inge Günther
Dany Cohn-Bendit fragt, was ist jüdische Identität. Seine Antwort ist sehenswert

https://www.fr.de/meinung/kolumnen/filmreise-nach-israel-90046754.html

 

In der taz

2.7.2020

Vorwurf „schlicht irrsinnig“
Wirbel um Aussage des Antisemitismusbeauftragten Klein
VON STEFAN REINECKE

https://taz.de/!5693505/

 

Ein Gespräch mit Daniel Cohn Bendit geführt von Jan Feddersein in taz - talk

 

Der Fall Mbembe – Opfer oder was?
Daniel Cohn-Bendit im Gespräch über Antisemitismus, Antikolonialismus und Rassismus am Beispiel des kamerunischen Politikwissenschaftlers Achille Mbembe.

taz.de/taz-Talk-11-vom-29052020/!170947/
Direkt zum Talk auf YouTube

Der Beginn der Debatte in Die Zeit

22.4.2020
Eine echte Causa
Zum Streit um den renommierten afrikanischen Historiker Achille Mbembe, dem nun in Deutschland Antisemitismus vorgeworfen wird.

 

https://www.zeit.de/2020/18/achille-mbembe-antsemitismus-vorwurf-israel

Die Welt reparieren
Dies war immer mein Ziel. Eine Entgegnung an jene, die mir vorwerfen, den Holocaust zu verharmlosen.
Ein Gastbeitrag von Achille Mbembe https://www.zeit.de/2020/18/antisemitismus-achille-mbembe-vorwuerfe-holocaust-rechtsextremisus-rassismus

 

Beispiellosigkeit der Shoa?

Debatte um die Gedenkkultur: Diffuse Erinnerung - taz.de

Ein Artikel von Tania Martini, taz

5.3.2021, 12:30 Uhr

Postkoloniale Anliegen zu thematisieren ist wichtig. Doch was bringt es, dafür die Beispiellosigkeit der Shoah in Frage zu stellen?

"Wurde Ende der 1980er Jahre im Historikerstreit die Singularität der Shoah von Habermas, Wehler, Brumlik und anderen gegen die konservativen Relativierer Nolte, Hillgruber oder Stürmer verteidigt, soll genau dieser Punkt, also die Beispiellosigkeit des Verbrechens, nun wieder zur Diskussion stehen.

Neuester Anlass ist das Erscheinen des Buches von US-Historiker Michael Rothberg in Deutschland, das im Original bereits 2009 herausgekommen ist und den Titel „Multidirektionale Erinnerung“ trägt. Rothberg, der von Linksliberalen und Postkolonialen gefeiert wird, strebt nicht weniger als die Neuverhandlung der Erinnerungskultur an. Die entfachte Debatte ist eine Art Fortsetzung der Mbembe-Debatte aus dem letzten Jahr."

 

Multidirektionales Erinnern

Michael Rothberg: „Multidirektionale Erinnerung“ – Verschränkte Archive | Literatur (fr.de)

11.03.202116:37, erschienen 12.3.20121

Micha Brumlik

Gedenken, ohne zu verrechnen – Michael Rothbergs revolutionäre Theorie „multidirektionalen“ Erinnerns.

"Seinen Kerngedanken hatte Rothberg schon während der Debatte um die als antisemitisch angegriffene Kritik israelischer Politik von Achille Mbembe in einer Zeitschrift des Goethe-Instituts geäußert: 'Meiner Theorie der multidirektionalen Erinnerung liegt die Annahme zugrunde, dass (...) der Vorgang des Erinnerns nicht der Logik des Nullsummenspiels folgt. Vielmehr entwickeln sich alle Erinnerungskulturen dialogisch, durch Anleihen, Aneignungen, Gegenüberstellungen und Wiederholungen anderer Geschichten und anderer Erinnerungstraditionen. (...) Zum Teil können wir in der Mbembe-Debatte die bereits bekannte Tatsache beobachten, dass sich mit der Globalisierung des Holocaust-Gedenkens dieses Gedenken auch zu einer Plattform entwickelte, auf der andere Erinnerungen an Gewalterfahrungen zum Ausdruck gebracht werden konnten. Dies bezieht sich besonders auf die Zeit der Sklaverei und des Kolonialismus.'“

Multidirektionale Erinnerung. Holocaustgedenken im Zeitalter der Dekolonisierung – Metropol Verlag (metropol-verlag.de)